Vortrag von Rainer Christoph
Am 28. April um 19:00 Uhr lädt die Kulturwerkstatt Hirschau zu einem spannenden historischen Vortrag in das evangelische Pfarrheim Hirschau ein. Der Eintritt ist frei.
Die sogenannte Goldene Straße war im Mittelalter eine der bedeutendsten Handelsverbindungen Europas. Sie verband Nürnberg mit Prag und fungierte gewissermaßen als „Autobahn“ ihrer Zeit. Insgesamt 74 Städte und Dörfer entlang der Route – von Mittelfranken über die Oberpfalz bis nach Böhmen – profitierten wirtschaftlich von dieser wichtigen Magistrale, waren aber auch den Herausforderungen des regen Verkehrs ausgesetzt.

Im Mittelpunkt des Vortrags steht das Wirken von Kaiser Karl IV., einem der prägendsten Herrscher des späten Mittelalters. Durch geschickte Diplomatie sowie durch Heirat, Kauf und Tausch gelang es ihm, die Goldene Straße als zentrale Verbindung zwischen seinen Herrschaftsgebieten zu etablieren. Auch die Region rund um Hirschau und Sulzbach wurde durch seine Politik maßgeblich beeinflusst: So wurde die Straße auf seinen Befehl hin durch Hirschau geführt, während Sulzbach als Hauptstadt von „Neuböhmen“ eine besondere Förderung erfuhr und stark an Bedeutung gewann.
Referent Rainer Christoph gilt als ausgewiesener Kenner der Goldenen Straße. Seit mehr als 35 Jahren beschäftigt er sich intensiv mit ihrer Geschichte und ihrer Bedeutung für die Region. Dabei ist es ihm ein besonderes Anliegen, nach der Zeit der Trennung durch den Eisernen Vorhang wieder Verbindungen zwischen Bayern und Böhmen zu stärken und das gemeinsame kulturelle Erbe sichtbar zu machen.
Der Vortrag gibt nicht nur Einblicke in historische Zusammenhänge, sondern beleuchtet auch das Leben entlang der Straße: Wer war unterwegs? Welche Waren wurden gehandelt? Und welche Rolle spielten sogar Mode und Alltagskultur?
Im Anschluss an den Vortrag besteht die Möglichkeit, das aktuelle Buch des Referenten zu erwerben.

